Grüner Star oder Glaukom
Der so genannte Grüne Star oder das Glaukom bezeichnet eine Erkrankung, bei der der Augeninnendruck in aller Regel zu hoch ist. Hierdurch kommt es über einen relativ langen Zeitraum zu einer nicht rückgängig zu machenden Schädigung des Sehnerven mit einer damit verbundenen zunehmenden Sehminderung bis zur möglichen Erblindung des Auges.Der normale Augeninnendruck liegt zwischen 10 und 20 mmHg. Er wird aufrechterhalten durch einen komplexen Regelmechanismus aus Kammerwasserproduktion und Abfluss. Ist der normale Abfluss des Kammerwassers über das Trabekelwerk zwischen Hornhaut und Iris gestört, kommt es chronisch oder akut zu einer Drucksteigerung. Je nach Mechanismus und Entstehungsgeschichte dieser Abflussbehinderung unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen, primäre und sekundäre, wobei erstere sich aufgliedern in
- Engwinkel - Glaukome
- Weitwinkel - Glaukome
Beim Engwinkelglaukom handelt es sich um eine Verlegung der Abflusswege durch einen zu engen Kammerwinkel. Hierbei kommt es unter Umständen zum vollständigen Erliegen des Abflusses bei unveränderter Kammerwasserproduktion. Dadurch steigt der Druck innerhalb von Stunden auf Werte von bis zu 70 - 80 mmHg (das 4- bis 5-fache der Norm) an. Die Symptome bestehen in Nebelsehen, Kopfschmerzen und Übelkeit. Bleibt das akute Engwinkelglaukom unbehandelt, kann durch die reduzierte Sehnervdurchblutung aufgrund der erhöhten Druckwerte das Sehen innerhalb von Stunden bis Tagen unwiderruflich bis zur vollständigen Erblindung geschädigt werden.
Die Therapie der Engwinkelglaukome besteht zum einen in der medikamentösen Drucksenkung sowie in der Lasertherapie oder bei fortgeschrittenen Fällen in der chirurgischen Behandlung, die die Abflusseigenschaften auf möglichst schonende Art und Weise wieder verbessern sollen, um den Druckausgleich zwischen der vorderen und der hinteren Augenkammer wieder besser zu regulieren.
Beim Weitwinkelglaukom handelt es sich um einen chronisch meist mäßig erhöhten Augeninnendruck durch eine Abflussstörung im Bereich des Trabekelwerks beziehungsweise einer der folgenden Strukturen des Auges. Diese Form führt nicht so schnell zu einer Sehnervenschädigung wie bspw. ein unbehandeltes akutes Engwinkelglaukom und produziert auch nicht vergleichbare Beschwerden. Das führt häufig dazu, dass Weitwinkelglaukome lange unerkannt bleiben. Eine schleichende schmerzlose Sehverschlechterung bis zur Erblindung kann aber trotzdem die Folge sein.
Wir raten deshalb ab ca. dem 40. Lebensjahr zu regelmäßigen Kontrollen, die zur Früherkennung dieser Erkrankung und zu einer dann effektiven Behandlung unabdingbar sind. Neben der Druckmessung gehören auch Gesichtsfelduntersuchungen zu den klassischen Untersuchungsmethoden. Darüber hinaus bieten wir Ihnen eine ganze Reihe moderner Diagnosemethoden und Analyseverfahren, die eine zuverlässige Beurteilung und wirkliche Früherkennung ermöglichen sowie eine präzise Verlaufskontrolle der eventuellen Therapie gewährleisten.
Zunächst wird in aller Regel versucht, den Augendruck mittels Augentropfen zu reduzieren, um vor allem die Durchblutung im Bereich des Sehnervenkopfes zu verbessern. Bei den meisten Patienten ist hierdurch eine ausreichende Einstellung zu erreichen. Wichtig sind jedoch auch hier die regelmäßigen Kontrollen des Drucks und der Gesichtsfelder sowie weitere geeignete diagnostische Maßnahmen. Ist eine ausreichende Drucksenkung durch Tropfentherapie nicht mehr zu erreichen oder eine fortschreitende Sehnervenschädigung trotz guter Druckeinstellung zu beobachten, muss über operative Maßnahmen nachgedacht werden. Prinzipiell existieren viele verschiedene Ansätze zur operativen Drucksenkung. Hierbei wird praktisch bei jeder Form ein zusätzlicher Abfluss für das unter erhöhtem Druck stehende Kammerwasser erzeugt.
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